HOUSE OF MENTORS – MARCH 2020 (GERMAN)

Visionen für eine nachhaltigere Zukunft

Spätestens seit Fridays for Future ist klar: Jungen Menschen weltweit liegen unser Planet und seine Zukunft am Herzen – und sie wollen etwas bewegen. Wo Proteste nicht genügen und die Bemühungen des Einzelnen, umweltbewusster zu leben, nur der erste Schritt sind, sehen sich die meisten in einer Sackgasse. Die Botschaft ist eindeutig: Wacht auf, wir müssen etwas ändern. Nur: Wie?


Künstler Armin Völckers: „Mit meinen Kunstwerken versuche ich zu zeigen, wie wunderbar und erhaltenswert unsere Welt ist.“ (Fotos: ESC)

Donnerstagabend in der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest. Studenten treffen auf Künstler, Politiker, Unternehmer. Sie alle sind hier, um über das selbe Thema zu sprechen: Visionen für eine sauberere, grünere und nachhaltigere Zukunft.

Innovative Ideen den Weg ebenen

Die vom Haus der Mentoren und der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer organisierte Veranstaltung hat das Bestreben, eben dort anzusetzen, woran es jungen Menschen, die etwas bewegen wollen, oftmals mangelt: den Mitteln zur Umsetzung. Innovative Ideen junger Menschen sollen mit dem Erfahrungsschatz von Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sowie finanzieller Unterstützung zusammengebracht werden. Dazu wurde die European Student Challenge ins Leben gerufen, deren Auftaktveranstaltung für die Jahre 2020-25 in Budapest stattfand. 2018 gab es die erste European Student Challenge, damals noch ohne konkreten Fokus. Deutschlandweit wurden Studenten dazu aufgerufen, innovative Ideen für Produkte oder Dienstleistungen einzureichen, um diese mit Hilfe des Hauses der Mentoren auszufeilen und auf den Weg zu bringen.

Auch die Gewinner der Vorjahre, Thomas Grübler (orora.tech) und Tsoni Vitkov (Smart Rad), sind an diesem Donnerstag mit dabei und unterhalten sich im universitätsinternen Festsaal angeregt mit den anwesenden Gästen. Beide haben Reden vorbereitet, berichten von ihren Erfahrungen und dem Mehrwert der Zusammenarbeit mit dem Haus der Mentoren. Den Budapester Studenten ist anzusehen: Es funktioniert tatsächlich – auch wir können etwas bewegen und von der Initiative profitieren.

Tsoni hatte fast aufgegeben, nachdem er sein Konzept an seiner Universität bereits bei mehreren Wettbewerben eingereicht hatte. Seine Idee des Smart Rads soll den Straßenverkehr revolutionieren und könnte Leben retten, doch die Bewerbungen blieben erfolglos. Dann wurde er auf die European Student Challenge aufmerksam und versuchte es ein letztes Mal, diesmal mit Erfolg: Tsoni belegt den ersten Platz. „Der Preis ist viel mehr als nur Geld“, erzählt er an diesem Abend, „Die Kontakte, die man knüpft, der Erfahrungsschatz der Mentoren, die euch bei eurem Projekt unterstützen, sind der wahre Gewinn.“

Der Fokus der diesjährigen Veranstaltung: Nachhaltigkeit.

Die kommende Challenge steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Das Haus der Mentoren kooperiert dafür mit den Künstlern J Henry Fair und Armin Völckers und zeigt im Rahmen einer Ausstellung ausgewählte Arbeiten zum Thema. Beide eint das selbe Ziel: die Verbindung zwischen Mensch und Natur aufzeigen und Studenten zum Handeln inspirieren, indem sie unseren Planeten und dessen Erhaltungswürdigkeit aus ihrer ganz individuellen Perspektive präsentieren.


Mária Boros-Huber, Geschaftsführerin des Deutsch-Ungarischen Wissenszentrums: „Uns einen drei Grundsätze: Innovation, Motivation und Kooperation.“

Fairs Fotografien erzählen erschreckende Geschichten von Umweltsünden, die paradoxerweise schöner nicht anzusehen sein könnten. Satte, bunte Farben und abstrakte Muster ziehen sich durch seine Arbeiten, man möchte sie sich am liebsten ins Wohnzimmer hängen. Genau Fairs Intention: „Das Thema Umweltschutz beschäftigt mich schon länger. Die Industrie ist auf dem falschen Weg. Also wollte ich Kunstwerke fertigen, die den Menschen zeigen, dass es ein Problem gibt – und in welchem Ausmaß. Und das auf eine Art und Weise, in der sie auch hinschauen wollen.“
Ähnlich sind auch Völckers’ Bilder. Intensive Farben, man kann nicht anders, als hinzusehen. Für seine Kunstwerke verwendete Völckers ausschließlich Materialien, die in seinem Studio bereits vorhanden waren. „Die Kunst sucht nach der Schönheit in allen Dingen und versucht den Menschen ein Bild davon zu geben, wieso wir auf der Welt sind und worum es im Leben eigentlich geht. Mit meinen Kunstwerken versuche ich, genau das darzustellen, zu zeigen, wie wunderbar und erhaltenswert unsere Welt ist.“

Innovation, Motivation, Kooperation

Als Georg von Habsburg, der seit 1992 in Budapest lebt und dort die Familie vertritt, von der Initiative hört, sieht er eine Chance für die ungarischen Studenten und vermittelt dem Haus der Mentoren Kontakte vor Ort, die es möglich machen, in Ungarn aktiv zu werden. Anwesend ist auch Mária Boros-Huber, Geschaftsführerin des Deutsch-Ungarisches Wissenszentrums als Vertreterin der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer. Die Zusammenarbeit ist für sie selbstverständlich und willkommen: „Das Haus der Mentoren und uns einen drei Grundsätze:“, so Boros-Huber, „Innovation, Motivation und Kooperation.“ Dinge, die nicht nur für das Gelingen der Initiative sondern auch die Zukunft unserer Welt essentiell sind.


Künstler J Henry Fair: „Ich fertige Kunstwerke, die den Menschen zeigen, dass es ein Problem gibt.“

Auch die nächsten Jahre legt die European Student Challenge den Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit und tourt mit ihrer Ausstellung durch 10 europäische Hauptstädte, um Studenten zu erreichen, die etwas in der Welt verändern wollen. Jedes Jahr werden von einer Expertenjury Gewinner bestimmt, die die Chance bekommen, ihre Visionen für eine nachhaltige Zukunft in die Tat umzusetzen und dabei nicht nur wertvolle Kontakte zu knüpfen, sondern auch zu lernen, zu wachsen und tatsächlich etwas zu bewegen. Für die teilnehmenden Studenten beginnt nun die erste Phase des Wettbewerbs und eine spannende Zeit, von der sie nur profitieren können, sei es an Preisgeld oder wertvollen Erfahrungen. Oder, um es in Tsonis Worten vom Donnerstag zu sagen: „Man kann gar nicht verlieren. Wenn man fragt, bekommt man immer eine Antwort, die mindestens so gut ist, wie das, was man bereits weiß, aber in den meisten Fällen sogar viel besser.“

Geschrieben von Bettina Bamberg
Veröffentlicht in der Budapester Zeitung am 14.03.2020

HOUSE OF MENTORS – JUNE 2019

European Student Challenge 2019 | Award Ceremony

On June 5th, 2019 this year’s European Student Challenge drew to a close and we asked parcitipants and all those interested to join us in Frankfurt to attend our annual mentoring event and award ceremony.

In addition to numerous guest lectures, a discussion panel and networking opportunities, the event offered a round-up of the projects and award the six finalists with their respective prices.

6 teams were still in the run – and with all projects being outstanding but extremely close in quality this year, our expert jury decided on two first, second and third places, the teams receiving checks worth € 20,000 in total, handed over by Ina Murke and Alexander Schindler.

We are proud of our winning Teams:

1st place (€ 5.000) Team 27: “Smart Bicycle” – Tsoni Vitkov with Mentor Christoph Racher

1st place (€ 5.000) Team 16: “MYD Beach Bag” – Marcela Machova, Marekk Porubsky with Mentor Axel Bommersheim

2nd place (€ 3.750) Team 25: “Bee 4.0” – Nico Rechtien, Alexander Langen with Mentor Thomas Köbberling

2nd place (€ 3.750) Team 34: “GPSight” – Nicoletta Nedelcu with Mentor Raphael Schlappa

3rd place (€ 1.250) Team 19: “Knister Grill” – Carolin Kunert with Mentor Dr. Andreas Resch, Dr. Ralph Götz

3rd place (€ 1.250) Team 22: “Ars LaTrans” – Alexandra Gajda, Urszula Kocjan, Sandra Paslawska with Mentor Tim Sandrock

HOUSE OF MENTORS – JUNE 2019

Visions for a cleaner, greener, more sustainable future

Putting sustainability front and center, the European Student Challenge 20/25 is looking for visions for a cleaner, greener, more sustainable future.

Whether it’s a product or service or something else entirely – all it takes is an innovative idea and application and we will help them get started with a team of experts from various industries who will act as mentors and offer their expertise, guidance and support in realizing their idea.

Additionally, each year the finalists will be awarded with a cash prize that will help them kick start their innovation.

In cooperation with artists J Henry Fair and Armin Völckers, Haus der Mentoren will host exhibitions on the link between humans and nature, which will be part of a tour across 10 European cities.

Students from all over Europe will be exposed to not only the inspiring art work, but also the concept of the European Student Challenge and its mission to encourage and support young people in their quest to change the world.

Visit the Website J Henry Fair: www.jhenryfair.com/artefakte

HOUSE OF MENTORS – OCTOBER 2018 (GERMAN)

Interview “orora.tech” | Winner-Team 2018

Team-Mitglieder:

Thomas Grübler, 27, Elektrotechnik Master (TUM), ist Geschäftsführer und verantwortlich für die gesamte Satelliten-/Technologieentwicklung.

Björn Stoffers, 34, studierter Volkswirt, kümmert sich bei ororoa.tech als zweiter Geschäftsführer um Finanzen, Vertrieb, Marketing und alles Organisatorische.

Florian Mauracher, 27, Computer Scientist, ist für die Entwicklung der Satellitensoftware zuständig. Florian schreibt auch gerade seine Masterarbeit über das Projekt und ist im Dezember fertig.

Rupert Amann, 24, schreibt aktuell seine Masterarbeit in Elektrotechnik an der TUM und ist verantwortlich für die Entwicklung der Satellitenelektronik.

Mit ihrer Projektidee, eingereicht unter dem Namen „orora.tech“, belegte das Team den 1. Platz bei der European Student Challenge 2018.

Interview

Wie seid Ihr auf die European Student Challenge aufmerksam geworden und wie habt Ihr Euch gefunden/zusammengeschlossen?

Thomas und Rupert haben zusammen an der TUM studiert und haben sich schon 2015 beim MOVE-II Projekt (https://www.move2space.de/) kennengelernt, dem CubeSat-Projekt an der TUM, auf der unsere Idee basiert. Florian hat bei dem Projekt die Software entwickelt und ist Anfang 2018 zu unserem Team dazugestoßen. Björn und Thomas haben sich im Mai 2017 auf der CUBE Tech Fair in Berlin kennengelernt, wo die Jungs als Studenten den Satelliten der Uni präsentiert haben. Da Thomas das Projekt gestartet hat und nach einem Wirtschaftswissenschaftler mit Raumfahrtenthusiasmus gesucht hat passte das optimal zusammen.

Auf den Wettbewerb wurden letzten Winter über einen Flyer in der Uni Mensa aufmerksam. Die grobe Idee, unser Satellitenprojekt auszugründen, hatten wir bereits vorher. Der Wettbewerb half uns, die Idee weiter zu konkretisieren und zu perfektionieren. Wir hatten sehr konstruktives Feedback beim Treffen mit den Mentoren in Frankfurt im April bekommen. Darauf aufbauend haben wir uns erfolgreich für das EXIST Gründerstipendium und den ESA Business Incubator beworben und arbeiten seit Anfang September in unserem Büro am Optiklehrstuhl der TUM.

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